Der ICOM Follow-up-Bericht über die Auswirkungen der anhaltenden #COVID19-Pandemie auf den Museumssektor ist online!

Diese Umfrage analysiert fast 900 Antworten von Museen und Museumsexpert*innen auf fünf Kontinenten, die zwischen dem 7. September und dem 18. Oktober 2020 gesammelt wurden.

Wir fordern die Politik und die Entscheidungsträger erneut auf, dringend Hilfsgelder bereitzustellen, um Museen und ihre Fachkräfte zu unterstützen, damit sie die Krise überleben und ihre wichtige Mission im öffentlichen Dienst fortsetzen können.“

Follow-up-Bericht (pdf)

Wir haben die wohlgesetzten Worte von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier noch in unseren Ohren, als er betonte, dass Museen als "Zonen des freien Austausches“ zur Daseinsvorsorge der Gesellschaft gehören.

Bedingt durch die Pandemie waren die Museen gezwungen, für viele Wochen in den Lockdown zu gehen und die Pforten zu schließen. Besucher mussten fernbleiben, gesellschaftlicher interkultureller Austausch fand nicht mehr statt, Ausstellungen mussten aufgegeben, verschoben oder abgesagt werden, künstlerische Engagements wurden aufgekündigt, Budgets heruntergefahren, eingefroren, oder wurden für das nächste Jahr bereits gekürzt.  Der gesamte Kultursektor stand still und hat in weiten Bereichen verloren…

Für wenige Wochen kehrte Leben zurück in die Museen, die weitgehend ab Mitte Mai wieder geöffnet werden durften, nachdem sie Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln akribisch umgesetzt haben. Die Limitierungen von Besuchern wurden klaglos hingenommen, wenngleich bei vielen Institutionen die Angst umhergeht, weil die Einnahmen dadurch fehlen werden.

Führungen, Workshops, Veranstaltungen mit Besucher*innen etc. wurden bis zum erlaubten Maß reduziert und dennoch viele Programme umgesetzt sowie die Motivation der Mitarbeiter*innen beibehalten. Trotz Befolgung aller Auflagen und Einschränkung zahlreicher Veranstaltungen haben die Museen ihre Aufgabe gut gemeistert und somit wirtschaftliche Einbußen noch abgefedert.

Hotspots sind unserer Kenntnis nach hier nicht entstanden. Vor allem aber waren Museen für die Menschen da: im wahrsten Sinne eben „offen“ – für die Begegnung mit der Kunst und Kultur, für zumindest reduziert ermöglichte Gespräche sowie lebendigen Austausch. Museen haben die Kommunikation und ihren Bildungsauftrag aufrechterhalten.

Der erneute Lockdown trifft diese unerwartet, hart und ungerechtfertigt.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Freiheit der Kultur sind nun auf breiter Front in Frage gestellt. Wir empfinden die Schließung der Museen und anderer Kultureinrichtungen als das falsche Signal in einer krisengebeutelten Zeit. Sie stellt den Wert der Kultur und Kunst in Frage und schafft zur Covid-19-Krise auch eine Kulturkrise. Wieviel ist uns die Kultur wirklich wert?

Bleibt sie Daseinsvorsorge? Wollen wir sie immer noch als „Zone des freien Gedankenaustauschs? Oder wird das gerade durch „Sachargumente“ ausgehebelt?

Die Menschen in Deutschland und mit ihnen die Museumsfachleute sind zutiefst verunsichert. Die Perspektiven fehlen und selbst die minimalste Planungssicherheit für die nächsten 12 Monate. Es geht nun nicht nur um eine finanzielle Absicherung, sondern auch um die emotionale Unterstützung der Kulturschaffenden sowie des gesellschaftlichen Engagements. Es geht um die Wertigkeit der Kultur in unserer Gesellschaft.

Wir fordern die aktive Beteiligung an der Justierung der Maßnahmen angesichts der vielzähligen Möglichkeiten zur Eindämmung der Pandemie. Gerade jetzt ist gesellschaftlicher Dialog, ist die Freiheit der Kunst, Theater, Orchester und Kinos notwendiger denn je. Sie ist der einzige Sektor unserer Gesellschaft, der emotionale Kraft entfaltet und Freiräume des Denkens ermöglicht. Mit seiner kreativen Kraft trägt er dazu bei, gesellschaftlich und künstlerisch die Krise durchzustehen und zu meistern. Die Verantwortung für das Heute und Morgen fordert von uns, die Kultur auch als Kultur unseres gesellschaftlichen Miteinanders und des Wissensdiskurses zu begreifen. Das kann und darf man nicht verschließen.

Ihre Beate Reifenscheid

Konferenz: „Museums Facing a Planetary Emergency“

  1. November 2020

Im vergangenen Jahrhundert hat die Menschheit von vielen Verbesserungen der menschlichen Gesundheit und Lebensqualität profitiert. Gleichzeitig haben wir die Ressourcen der Erde auf beispiellose und nicht nachhaltige Weise genutzt. Unsere Welt verändert sich schnell unter dem Einfluss menschlichen Verhaltens: Klimawandel und Verlust der biologischen Vielfalt, aber auch Pandemien sind nur einige der dramatischsten Erscheinungsformen. Diese Veränderungen gefährden die Sicherheit kritischer Ökosysteme und gefährden die im letzten Jahrhundert erzielten Fortschritte bei der menschlichen Gesundheit und dem Wohlbefinden. Als vertrauenswürdige Informationsquellen und Orte des gesellschaftlichen Engagements können und müssen Museen eine Rolle bei der Lösung dieser Probleme spielen. Wie sollen sich Museen angesichts einer „Planetary Emergency“ neu erfinden? Wie können wir uns auf immer häufigere extreme Wetterereignisse und soziale Unruhen vorbereiten? Welche Rolle spielen unsere Sammlungen und wie können sie angesichts globaler Veränderungen und lokaler Katastrophen geschützt werden? Welche neuen Rollen könnten unsere Institutionen und ICOM im Zeitalter von „Fridays for Future“ and „Extinction Rebellion“ spielen?

Unsere englischsprachige Konferenz wird in einen allgemeinen Teil mit eingeladenen Hauptvorträgen von Umweltwissenschaftlern, Sozialforschern, Kulturschaffenden und politischen Aktivisten sowie einen praktischeren Teil unterteilt, der auf Fallstudien aus Sicht von Museumspersonen, Verbänden und Behörden basiert, und durch eine Podiumsdiskussion zu möglichen Zukunftsszenarien abgerundet.

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation wird die Konferenz online stattfinden.

Dies ist eine gemeinsame Konferenz von ICOM Deutschland, Griechenland und Zypern. 

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung find Sie hier.

Museen sind Orte wichtiger gesellschaftlicher, kultureller und historischer Übereinkunft und gerade jetzt, mehr denn je, gesellschaftlich mit entscheidend, um die Krise zu überstehen.

Sie bieten Rückhalt im kulturellen Erbe, als Orte der humanistischen Bildung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, in denen die Themen der Gegenwart mit großer Offenheit verhandelt werden können. Wir verstehen Museen in ihrer Pluralität von zentraler Bedeutung für unsere Gemeinschaft. Sie ermöglichen niedrigschwellig vielfältige Kommunikation zwischen diversen Kulturen und bieten breit angelegtes Forschen, Lernen und Erleben an.

Ihre Bedeutung als “außerschulische Lernorte” unterstreicht ihre Bildungsrelevanz, die es gerade jetzt zu stärken und zu erfüllen gilt. Viele Museen sind gut in der Lage, die geforderten Abstandsregeln und Hygienevorschriften umzusetzen.

Wir sprechen uns dafür aus, dass Museen als unverzichtbare Lernorte während der aktuellen Krise geöffnet bleiben!

Die aktuelle Corona Krise erfordert die Zusammenarbeit aller Museumsexperten*innen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat ICOM eine Umfrage zur Situation der Museen weltweit durchgeführt.

Ziel dieser anonymen Umfrage war es, Informationen zu sammeln, wie sich der anhaltende COVID-19-Ausbruch auf den Museumssektor und die Museumsmitarbeiter auf der ganzen Welt auswirkt. Eine globale Vision wird uns helfen, den Regierungen eine stärkere und klarere Antwort darauf zu geben, wie Museen in dieser schwierigen Zeit unterstützt werden können. Die Umfrage umfasste 5 Themen: die aktuelle Situation für Museen und Mitarbeiter, prognostizierte wirtschaftliche Auswirkungen, digitale Kommunikation, Museumssicherheit und Erhaltung von Sammlungen, freiberufliche Museumsfachleute.

Im Bericht (pdf) wurden fast 1.600 Antworten von Museen und Museumsfachleuten aus 107 Ländern und Kontinenten analysiert, die zwischen dem 7. April und dem 7. Mai 2020 gesammelt wurden.



Um weitere Daten zu generieren, die Krisentrends für den Museumssektor zu analysieren und die Bedürfnisse von Museen und Fachleuten kurz- und langfristig besser zu verstehen gibt es eine Folgeumfrage. Die Umfrage endet am 5. Oktober 2020. Bitte nehmen Sie sich die 10 Minuten und beteiligen Sie sich daran!

Kontakt

In der Halde 1
14195 Berlin

Tel.: +49 30 69504525
Fax: +49 30 69504526
Email: [email protected]

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