Im vergangenen Jahr hat ICOM Deutschland eine Stellungnahme zur EU-Biozid-Verordnung an Monika Grütters übergeben. Darin wird im Namen deutscher Museen an die politischen Entscheidungsträger appelliert, die seit 2017 gültige Biozid-Verordnung (EU 528/2012) zurückzunehmen, so dass in den Museen wie zuvor die Schädlingsbekämpfung durch Stickstoff stattfinden kann. Die Europäische Kommission hat sich auch auf Druck von ICOM Deutschland und weiterer europäischer ICOM-Nationalkomitees daraufhin mit dieser Thematik befasst und ein Verfahren zur Relegalisierung von in-situ-generiertem Stickstoff zum Schutz des kulturellen Erbe gebilligt.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat nun stellvertretend den erforderlichen Fördermittelantrag zur Erledigung der Produktzulassung und der permanenten Wirkstoffgenehmigung für in-situ-generierten Stickstoff bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) gestellt. Mit diesen Mitteln soll die erforderliche Beauftragung eines Beratungsunternehmens ermöglicht werden, um formal und inhaltlich anwendbare Anträge bei der Bundesstelle für Chemikalien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin  (BAuA) baldmöglichst einreichen zu können.

Wir freuen uns über die konstruktive Zusammenarbeit und dieses wichtige Zwischenergebnis.

Die Kulturstiftung der Länder hat eine Kontaktstelle für Sammlungsgut aus Kolonialen Kontexten in Deutschland eingerichtet.

Inzwischen stehen in deutscher und englischer Fassung zur Verfügung:

  1. Die ersten Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten (PDF)
  1. Das Konzept für die Errichtung und Ausgestaltung einer Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland (PDF)

Die oben genannten Dokumente zusammen mit dem Kontaktformular für Anfragen stehen auf der Webseite der Kontaktstelle zur Verfügung.

Die Kontaktstelle organisiert am 24. November 2020 in digitaler Form eine Konferenz hierzu. Hauptziel dieser Konferenz ist es, die Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland im europäischen wie außereuropäischen Expertenkreis bekannt zu machen und die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus Deutschland, Europa und den Herkunftsstaaten und ‑gesellschaften voranzubringen.

ICOM Deutschland arbeitet hier eng mit der Kulturstiftung der Länder zusammen und gibt diese Informationen gerne an seine Mitglieder und den Museumssektor weiter.

Am 19. Juni 2020 hat die Präsidentin des Weltverbands ICOM gegenüber dem Verwaltungsvorstand (Conseil d’administration / Executive Board) erklärt, dass sie ihr Amt mit sofortiger Wirkung niederlegt. Dieser Schritt kam für uns alle sehr überraschend. Suay Aksoy hat die Veröffentlichung einer kurzen Farewell-Note veranlasst. Wir danken ihr für ihr großes Engagement für den Weltverband, ihre offene Art, auf viele unserer Nationalen wie Internationalen Komitees zuzugehen und mit vielen unserer Mitglieder weltweit vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Sie hat neue Impulse in die Diskussion eingebracht und die Interessen der Museen auch in der Politik vertreten. Dafür gebührt ihr unser Respekt und unsere Anerkennung.

Es zirkulieren aktuell allerlei Mutmaßungen und Forderungen nach mehr Information. Wir sehen keine andere Möglichkeit, als Suay Aksoys Vorgehen zu respektieren, dass sie ihre Rücktrittsgründe nur dem Verwaltungsvorstand schriftlich mitteilen mochte und den Mitgliedern gegenüber nur darauf verweist. Die Vorstände der Nationalen und Internationalen Komitees haben keine Informationen zu den Gründen erhalten.

Der Verwaltungsvorstand hat diese Amtsniederlegung akzeptiert und ist seinen Pflichten aus Artikel 11, Abschnitt 6 der Statuten von ICOM nachgekommen: Er hatte einen der beiden Vizepräsidenten zum neuen Präsidenten zu bestimmen und hat sich in geheimer Wahl für Alberto Garlandini entschieden. Da nun ein Vizepräsidentenamt vakant war, wurde in derselben Sitzung unter Anwendung desselben Satzungsabschnitts ein ordentliches ICOM-Mitglied zum neuen Vizepräsidenten bestimmt. Die Wahl fiel auf Terry Simioti Nyambe.

Mit Alberto Garlandini wissen wir einen erfahrenen und gut vernetzten neuen Präsidenten an der Spitze von ICOM, der an zahlreichen Schnittstellen bereits über lange Jahre hinweg ICOM entscheidend mitgeprägt hat. Wir gratulieren Alberto Garlandini an dieser Stelle für die Berufung zum neuen Präsidenten und wünschen ihm für die kommenden Jahre eine glückliche Hand bei den anstehenden großen Problemen, die insbesondere durch die Corona-Pandemie ganz aktuell auf die Museumswelt international zugekommen sind und deren Auswirkungen wir jetzt nur erahnen, aber im Detail noch nicht kennen. Es gibt zahlreiche Themenfelder, auf denen ICOM dringend nach innen wie nach außen wirken muss und wir möchten den neu zusammengestellten Vorstand von ICOM International nach besten Kräften unterstützen.

Mit Terry Simioti Nyambe als neu gewählten Vizepräsidenten haben wir einen profilierten Kollegen an unserer Seite, mit dem wir erfolgreich unseren ersten Austausch zwischen Museumsfachleuten aus einem afrikanischen Staat und Deutschland initiieren konnten. Auch auf diese sicherlich noch intensivere Zusammenarbeit freuen wir uns.

In terminlicher Nähe zum Rücktritt von Suay Aksoy hat es weitere Amtsniederlegungen gegeben, von zwei Mitgliedern des Verwaltungsvorstands und von mehreren Mitgliedern und der Präsidentin des mit der Vorbereitung des Beschlussvorschlags für eine neue Museumsdefinition beauftragten Komitees MDPP. Es sind sicherlich wichtige Gründe gewesen, die übergetragenen Aufgaben im Weltverband inmitten der laufenden Wahlperiode aufzugeben; hierzu gibt es keine zuverlässigen Informationen. Wir alle haben gerade in diesen schwierigen Zeiten darauf vertraut, dass die offiziellen Vertreter*innen in ihren Positionen verlässlich diese einmal eingeschlagenen Wege weiter beschreiten, selbst wenn nicht immer alle Prozesse einfach und glatt verlaufen. ICOM steht in seiner Gesamtheit für Meinungsvielfalt, Pluralität und offene Diskurse, was auch Differenzen einschließt. Wir respektieren die Rücktritte und danken allen für ihre bis dato geleistete Arbeit. Dies darf und wird ICOM Deutschland jedoch nicht daran hindern, die wichtigen Ziele des Weltverbandes weiter zu begleiten, selbst mitzugestalten und die brennenden Probleme anzupacken, Lösungen sowie Perspektiven zu entwickeln. 

Ich kann Sie alle nur darin ermutigen, das Vertrauen in ICOM als Weltgemeinschaft der Museumsfachleute und in sein starkes Netzwerk weiter zu vertiefen und dem neuen Team an der Spitze ebenso viel Vertrauen entgegenzubringen wie zuvor. Sicherlich müssen strukturelle Probleme noch aufgearbeitet, Informationsdefizite aufgeklärt und innere Konflikte bereinigt werden. Das alles kann geschehen, wenn möglichst alle unterstützend an diesem Potenzial der Museumsgemeinschaft und den perspektivischen Interessen des Weltverbandes - insbesondere auf der Ebene der Nationalen wie Internationalen Komitees - arbeiten. Es kann nicht unser Ziel sein, die Chance einer internationalen, interkulturellen und weltoffenen Verständigung und Gemeinschaftsleistung in Frage zu stellen, wie dies mitunter in einigen aktuellen Diskussionen oder Äußerungen der Fall zu sein scheint. 

Wir vertrauen auf unser gemeinsames Motto: Museums have no borders, they have a network. 

Unsere Stärke liegt im Zusammenhalt und der offenen Verständigung. Nutzen wir sie!

Ihre Beate Reifenscheid

Präsidentin
ICOM Deutschland

Stellungnahme Aksoy

Stellungnahme Garlandini

Stellungnahme Executive Board

Weitere Stellungnahmen finden Sie im Mitgliederbereich auf der Webseite von ICOM International.

Der aktuelle Band unserer Reihe „Beiträge zur Museologie“ ist nun online verfügbar.

Tagungsband des Internationalen Bodensee-Symposiums 2018

Die Menge und die Vielfalt der Museen wachsen stetig, doch was sind die „harten Kriterien“, die Museen von Nicht-Museen unterscheiden? Das deutsch-schweizerisch-österreichische Bodensee-Symposium 2018 diskutierte an Fallbeispielen interessante Grenzziehungen durch Outsourcing von Leistungen, für die dem einzelnen Museum die Kompetenzen fehlen, durch klaren Verzicht auf vor Ort nicht zu erfüllende „Museums-Kernaufgaben“ sowie durch externe Qualitätsprüfung und Zertifizierung, ob das Institut den Ansprüchen an ein Museum genügt (oder nicht). Am Schluss stehen Perspektiven auf die Museumsdefinition von Verantwortlichen aus museumsverwandten Einrichtungen (Privat-, Universitäts- und Unternehmenssammlungen).

Eine Druckversion kann ab kommendem Monat bezogen werden.

Download über arthistoricum.net

26 – 27 November 2020
Online

 

Two-day Master Class for emerging museum professionals in conjunction with the joint ICOM Germany, ICOM Greece & ICOM Cyprus Conference "Museums facing a Planetary Emergency", 14 November 2020.

Working towards a sustainable approach in planning and organising management in times of crisis in museums needs a joint effort. This requires capacity building, both knowledge and resources, on how to respond to such crises. Essential here is to develop good leadership through training by sharing the required knowledge of experienced professionals with emerging professionals.

The two-day training event will draw on such experts and their experience in crisis management. Experts attending and contributing to the «Museums facing a Planetary Emergency« conference will contribute as instructors to the Master Class. Participants of the Master Class are encouraged to attend the conference.

The training event will build on the insights gained by various ICOM committees such as ICOM’s Disaster Risk Management Committee as well as previous training and awareness initiatives such as those developed by ICOM during the past decades. Teaching language is English.

Topics that will be covered will include safety and security concepts, measures under extraordinary conditions, protection of cultural property, mass casualty incidents (MCI), acting together, training of museum staff, strategies and methods of communication with the public. Practical exercises include planning of crisis events, evacuation measures and public relations.

The Master Class is aimed at emerging museum professionals from all countries. Applicants should have at least three years of relevant museum experience and should be below the age of 40.  Applicants will be selected based on the relevance of the Master Class for their role in museums, with a special emphasis on future leadership in the museum sector. Participants are expected to act as multipliers by facilitating future knowledge-sharing events.

The Master Class is limited to 20 participants.

Applicants must send the following information, in one email, to Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Subject: Master Class

  • A brief one-page CV, which includes information about your personal background and professional training and career, and an e-mail address for further contact.
  • A short statement of purpose (350-400 words) detailing the reasons for wishing to attend the Master Class. This should include your expectations but also how you plan to contribute to the Master Class and aim to act as a future multiplier and leader.
  • A letter of recommendation by a supervisor, line-manager or director, referring to the application.

Please note that incomplete applications cannot be considered.

Deadline for applications is 15 July 2020

Applicants will be notified about the outcome of their application by 31 August 2020.

The Master Class is co-sponsored by ICOM, ICOM Germany, ICOM Greece and ICOM Italy.

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In der Halde 1
14195 Berlin

Tel.: +49 30 69504525
Fax: +49 30 69504526
Email: [email protected]

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